Der ehemalige Sportplatz von Mammelzen
Der ehemalige Sportplatz von Mammelzen blickt auf eine über 110-jährige, bewegte Geschichte zurück, die eng mit dem dörflichen Leben und dem leidenschaftlichen Lokalsport verbunden ist.
Schienen, Schweiß und Rodungsarbeiten
Die Geschichte des Platzes beginnt mit der Gründung des Sportvereins Mammelzen im Jahr 1911. Da es an einer geeigneten Spielfläche fehlte, packten die Dorfbewohner selbst an. Etwa 400 Meter oberhalb des Ortsteils Hüttenhofen (in Richtung Koberstein) wurde ein Waldstück komplett in Eigenleistung gerodet. Um Wurzeln, Steine und Erdmassen abzutransportieren, legte man extra Schienen für eine Lorenbahn an. Der Abraum wurde in eine nahegelegene Bodensenke, das sogenannte „Hornsloch“, geschafft.
Vom Gottesacker und vom Blächplatz
Schon bald rollte auf dem neuen Spielfeld der Ball. Im Volksmund erhielt die Anlage wegen ihrer Beschaffenheit und Lage schnell markante Namen wie „Mammelzer Gottesacker“ oder „Blächplatz önn Höttenhoofen“.
Die Ära der Mammelzer Löwen
Jahrzehntelang war der Sportplatz das emotionale Zentrum der Gemeinde. Die Fußballmannschaft des Vereins – bekannt als die „Mammelzer Löwen“ – zog bei ihren Heimspielen in den verschiedenen Kreisklassen regelmäßig die Dorfbevölkerung an. Nach dem Abpfiff wurden die Partien traditionell in den örtlichen Gaststätten bis ins Detail analysiert.
Das Ende des Fußballbetriebs und neue Nutzung
Nach über einem Jahrhundert ging die Fußballära schließlich zu Ende. Aufgrund eines akuten Mangels an aktiven Spielern konnte der Verein den Spielbetrieb nicht mehr aufrechterhalten. Im Jahr 2021 wurde der Sportverein Mammelzen offiziell aufgelöst und aus dem Vereinsregister gelöscht.
Der geschichtsträchtige Platz steht jedoch nicht leer: Heute hat das Gelände eine neue Bestimmung gefunden und dient den Altenkirchener Bogenschützen als Vereinsgelände.